Schloss Eberstein - Genshagen bei Berlin
Schloss Eberstein - Genshagen bei Berlin
Schloss Eberstein bei Baden Baden
Schloss Eberstein bei Baden-Baden
Wappen der von Ebersteins

Vertreibung der Familie von Eberstein

1945 Im April wird das Schloß von SS-Einheiten beschlagnahmt. Ein Hauptmann Feldmeier fordert die Familie von Eberstein auf, das Schloß wegen Kampfhandlungen zu räumen.

Am 21. April wird eine entsprechende Bescheinigung folgenden Inhalts ausgestellt: "Der Baron von Eberstein, Leberecht, ist infolge Kriegshandlungen gezwungen, seinen Besitz zu verlassen. Er befindet sich mit seiner Familie auf dem Marsch zu Verwandten nach Neudorf bei Lütjenburg /Holstein."

Im Mai gehen die Plünderungen des Schlosses und des Inspektorhauses los. Das Gut wurde von den Russen besetzt. Zuerst war es Versorgungsgut der Sowjetarmee. Später Parteigut der SED. Dann Volkseigener Betrieb.
Am 30. Oktober 1945 erfolgt die offizielle Enteignung des gesamten Großgrundbesitzes in der SBZ auf Grund des Befehls Nr.124 des Obersten Chefs der Sowjetischen Militär-Administration. Die von Ebersteins werden enteignet. Die entsprechende Enteignungsurkunde datiert vom 30. November 1948.

1948 Unter der sowjetischen Militäradministration fungiert das Schloß als Verwaltungsschule des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaften.

1951 Der Besitz geht an das Volkseigene Gut Genshagen über.

1952 Eine Spezialschule für die Maschinen-Ausleih-Station (MAS), eine Maschinen-Traktoren-Station (MTS) und das Volkseigenen Gut ziehen in das Schloß ein.

1954 Die Außenstelle des Instituts für Agrochemie Potsdam wird im Schloß untergebracht.

1955 - 1959 Das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR ist Nutzer der Schloßanlage.
Teile des Parks werden für Schweine- und Geflügelzucht umgestaltet. Entsprechende Gebäude inkl. Wohnungen werden im Park errichtet. Der Park verliert Gesicht und ursprüngliche Funktion.

1959 - 1962 Die Fachhochschule für Landwirtschaft bezieht das Schloß.


1963 Das Institut für Landwirtschaft des Bezirkes Potsdam, sowie eine Außenstelle der Fachschule für Landwirtschaft Oranienburg richten sich im Schloß ein.

1973 - 1991 Das Wissenschaftlich Technische Zentrum für Land- und Nahrungsgüterwissenschaft des Rates des Bezirks Potsdam "Edwin Hoernle" bezieht das Schloß und führt dort Schulungen und Lehrgänge durch.

1990 Am 20. September 1990 stimmte der Deutsche Bundestag dem "Einigungsvertrag" zu.
Am nächsten Tage stimmte der Bundesrat dem Vertragswerk ebenfalls zu. Damit war die Enteignung von Immobilien, die die Sowjetische Militäradministration am 30.Oktober 1945 für Ostdeutschland und die spätere DDR angeordnet hatte, unumkehrbar und an Entschädigung der Enteigneten oder an Restitution war nicht mehr zu denken. Der Staat machte sich damit also zum Eigentümer des wesentlichen Teiles der früheren DDR.

1991 Nach der Wende übernimmt die Potsdamer "Landesagentur für Struktur und Arbeit" (LASA) das Schloß mit dem Konzept des Aufbaues einer Akademie für Akteure der Arbeitsmarktpolitik. Sie betreibt hier eine Bildungs- und Tagungsstätte im Auftrag des Arbeits- und Sozialministeriums des Landes Brandenburg.

1993 Das Berlin-Brandenburgische Institut für Deutsch-Französische Zusammenarbeit in Europa e.V. (BBi) wird von Mme. Brigitte Sauzay und Herrn Professor Rudolf von Tadden gegründet. Das Institut des Professors für Neuere Geschichte und der späteren Beraterin des Bundeskanzlers für deutsch-französische Beziehungen wird "Untermieter" der LASA.

1996 Die LASA gibt den Fortbildungsstandort Genshagen auf. Das BBi bleibt zunächst alleiniger Mieter.

1997- 1998 Das Land Brandenburg schreibt das Schloß zum Verkauf aus und prüft verschiedene private Nutzungskonzepte.

1999 Das BBi schließt mit dem Land Brandenburg einen auf 60 Jahre angelegten Erbbaurechtsvertrag und wird so Besitzer des Schlosses. Beginn der Umbau- und Renovierungsplanungen.

2000 - 2004 Komplette Renovierung im Innen- und Außenbereich des Schlosses durch das BBi mit Hilfe öffentlicher und privater Förderer und Sponsoren gelingt in hervorragender Weise.

2004 Beginn der Rekonstruktion der 7,5 ha großen historischen Parkanlage.
Stand: 27.10.2008