Schloss Eberstein - Genshagen bei Berlin
Schloss Eberstein - Genshagen bei Berlin
Schloss Eberstein bei Baden Baden
Schloss Eberstein bei Baden-Baden
Wappen der von Ebersteins

Ein Bericht über Deutschlands älteste Familie

Die Erzählung der kompletten Geschichte der Familie von Eberstein wird von derjenigen über ihr Schloss und Gut Genshagen, zu dem das linke Bildchen gehört, getrennt. Der Betrachter der beiden obigen Fotographien kann festellen, das die Ebersteins wohl dereinst begütert waren und verschiedene Schlösser und Burgen besaßen. Jeder Besucher dieser Schlösser hat spontan die Möglichkeit zwei Fragen zu stellen. Entweder: Was ist dies wohl für ein Haus? Oder: Wer sind oder waren die Menschen, die in diesem Haus wohnten?

Wir beschränken uns hier auf die Beantwortung der zweiten Frage, das linke Bild, also das Schloss-Eberstein-Genshagen betreffend. Das Schloss ist noch da. Die Menschen, denen es gehörte, sind vertrieben. Vom Staat. Einem angeblichen Rechtsstaat. Entschädigungslos. Dies war und bleibt schäbig. Möglicherweise genieren sich die neuen Herren dieser Tatsache. Jedenfalls: Es gibt in diesem Hause keine Erinnerungen an die ehemaligen rechtmäßigen Besitzer. Deshalb müssen wir dies hier nachholen.

Die Vergangenheit dieses berühmten Hauses vor den Stadttoren von Berlin, in dem bis Mitte der 30-er Jahre sozusagen die Welt aus- und einging, und in dem der Großvater der Autorin des einige Zeilen weiter unten vorgestellten Buches, Heinrich von Boetticher, Staatsminister und 2. Mann im Staate, in Bismarcks Auftrag Deutschlands erste Sozialgesetze zum Schutze der deutschen Arbeiterschaft schuf, ist kaum bekannt. Und wenn er, Boetticher, in Berlin keine Ruhe fand, was häufig der Fall war, so fuhr er mit seiner Kalesche und seinem Sekretär zu seiner zweitältesten Tochter nach Genshagen ins Schloss, vor der Reichshauptstadt, wo er in seinem "Grßnen Salon" an seinem Sozialgesetzwerk arbeitete. Dort saßen von Boetticher und Ernst von Stubenrauch, dem noch heute in Brandenburg bekannten Landrat des Kreises Teltow, mit anderen und machten Reichs- und Kommunalpolitik. Später trafen sich Hugenberg und andere im Schloss und politisierten, wie die Unzulänglichkeiten der Weimarer Republik verbessert werden könnten. Diese Fakten sind nicht durch staatliches Interesse aufbewahrt, wohl aber gesichert und aufbewahrt in 3.000 Seiten der Memoiren der Rauthgundis Baronin von Eberstein. Auf ihr Buch und ihr Schloss, in dem preußische Geschichte geschrieben wurde, komme ich noch eingehend zu sprechen, was möglich wurde durch die schriftliche Hinterlassenschaft einer Zeitzeugin.

Dieser Besitz, dieses Haus, das Schloss Eberstein-Genshagen, ging mit der Änderung des Grundgesetzes 1990 endgültig in den Besitz des Staates bzw. einer seiner Organisationen, so wie die NAZIS dies bereits vorhatten.
Wie bekannt, hätten Schloss und Gut, wie alle anderen enteigneten Immobilien in der DDR, nach dem Zusammenschluß beider Deutschlands 1990, den rechtmäßigen Eigentümern wieder übergeben werden können. Der damalige Bundeskanzler Kohl jedoch entschloß sich, es bei den Enteignungen "Des Unrechtsstaates", so wurde bis 1990 die DDR aus Westdeutschland bezeichnet, zu belassen und die enteigneten Objekte, nunmehr entschädigungslos, in westdeutsches Eigentum zu integrieren. Die einzelnen Objekte sollten über die staatliche "Treuhand" verhökert werden, um die Finanzierung des Aufbaues der neuen Bundesländer zu ermöglichen, was nicht funktionierte, wie man noch heute feststellen kann.
Stand: 20.04.2010